Anarchie

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Der Àrtikl is im Dialekt „Obaboarisch“ gschriem worn.
Der Schriftsteller William Godwin
Der Schriftsteller William Godwin

Anarchie, aa Anachie, (griech. ἀναρχία, „Herrschåftslosigkeit“) hoasst Åbwesnheit vo Herrschåft.

Damit is gmoant, dass in oana menschlichn Oadnung de Entscheidungn ned duach Ausiabung vo Måcht, sondan duach an Diskurs und an Konsens gfundn wean. Des oanzige, des wo regiat, is des Gwissn.

In gressarn Zsammnhängn moant da Begriff aa a Gsäischåftsordnung, de wo auf philosophischn und sozioin Ideen basiat. Da Mensch ko si ohne a Autorität zsamm mit andane Menschn entfoitn; freiwillig og'nummane Autoritätn wia iagndwäiche Mentoan oda andana Ratgeba san åwa mit dem System scho veaeinbår.

De Anarchie kennt außadem zuasätzle koane Gwoitnteilung, womit oiso aa koa Stååt bsteht. De Anarchistn säim gem se de Gsetze und Regln. De ganze Organisation is oiso hiarchie- und gwoitfrei (so gmoant, dass wo de Exekutivn, Legislativn und Judikativn fäin).


Inhoitsvazeichnis

Begriffsgschicht

Fia den Anarchiebegriff gibts schon in da Geschichte unterschiedliche Interpretationen, je nåch politischa und philosophischa Orientierung. De eastn Gedankn zua Anarchie håd's scho im Oitertum gem. De Foam, so wia'mas heit kenna, gibt's awa east seit'n 19. Jh., wo's a Gengbewegung zua Monachie und zua Demokratie doastäin soit. A Beischbui is da Spanische Anarchismus währnd am Spanischn Biagakriag.

De griechischn Dichter Homer (8. Jahrhundert v.Chr.) und Herodot (5.Jh. v.Chr.) hom mit Anarchia a Gruppn vo Menschn oda Soidåtn „ohne Anfiahra“ gnennt. Bei Xenophon (um 580 bis 480 v.Chr.) wiad da Begriff fia Herrschåftslosigkeit vawendet: de „Anarchia“ is a Zeit ohne oberstn Stååtsbeamtn, den Archon.

Vaschiedana Auslegungn

Do gibt's untaschiedliche Osichtn driawa, wos eigntle a Fiahra is. Is des a Haiptling oda is des aa scho a Geleata? A Auslegung is, dass ma de Anachie mit a staatnlosn G'meinschaft oda am Fäin vom staatlichn Gwoitmonopol gleichsetzt.

Des hoaßt, dass de Heaschaft, wia's mia kenna, koa zeitlose Institution is - denn neba und voa oim voa am Beginn dea Heaschaft duach an modeanen Schdaat hat's logischaweis de Anachie gem. Bei manche Natuaveyka is sogoa heit no so, dass koan Fiahra gibt: Da Schdamm da Mbuti etwa lebt ohne de Macht vo Fiahran, oiso mittn in da Anachie. Awa obwoi's koane G'setzgeba gibt, lem de Mbuti ned ohne a Oadnung oda b'stimmte Regln.

Danem gibt's natirle no de Form des Anachismus, dea wo g'woit anstäi vo a andana Heaschaftsstruktua gwäit woan is. Ålle Theorien, de wo se damit bschäftign, foin untam Begriff Anarchismus zsamm.

Rainbow Gathering 2004
Rainbow Gathering 2004

De Umsetzung

Menschn san meist ois a Gruppn zammgschlossn. Des hoaßt, dass's oft einheitliche Entscheidungn treffa miassan. Wenn ma's wia da Otto Noamoivabraucha siacht, ko a Anarchie ned ohne an Fiahra vawiaklicht wean, weil dåfia a fiahraloses und trotzdem vo olle akzeptiates Vahoitn fias Findn vo Entscheidungen fäit. Soboid in a Gruppn a Kollektiventscheidung troffa wean soi, bleibt fiar an Abweichla nua de Woi zwischn da Meahheitsheaschåft oda am freiwilligm Exil, g'nannt Emigration.

Im Gengsatz dozua ko ma vo Anarchie sprecha, wenn soichane Entscheidungen duach de Solidarität und de Kommunikation troffa wean. Des is åwa fia vui Menschn schwea vaständlich, wei si zum Konkurrenzkampf erzogn woan san und wei Konsensentscheidungen in da Schui ned gübt wean. Anarchie is a konsequente Foam vo Demokratie, de wo nach da Säibstentfoitung in a hamonischn Umgebung und Gsäischaft suacht. De Gmeinschaft und Umwäit san nimmer Feind und Beite, sondan a Entwicklungs- und a Lemsraum. Ålle relevantn Entscheidungn wean in a soichan Gruppn vo Gleichg'sinnte duach a Konsensbuidung daawart; es gibt aa koane Abstimmungn, wo ma scho wieda gega an andan mit seim Schdimmrecht konkurriera kannt.

A Umsetzung war scho meglich auf am kloana Gebiet, des wo se seywa vawoit. Wea mit a unawinschtn Regl ned eivastandn is, miassat dann de Gengd valassn. A andane Meglichkeit is a funtionale Institution: Wea ned teilnehma mog, nimmt ned teil und muass awa aa ned auswandan. Da Nachteil war hoit, dass de a Hiarachie g'wohntn Leit east iah Denkn umsteyn miassatn und des dauat.

Foische Owendung vo dem Begriff

Heit wead Anachie oft foisch vastandn. Vui setzn des Woat mit Kaos und Biagakriag gleich, wos grundfoisch is. In ana anachistischn G'söischaft üwanimmt a jeda Mensch seybst oda zammen mit seine Kollegn de Veantwoatung fiar de Lemsumständ. Es feyt oiso nua de Zentralg'woit.

Dass des awa seah oft missvastandn wead, losst sie b'sundas guad an dea Punk-Bewegung vo heit feststeyn. Im Gegnsatz zu eahnane Voaleifagenerationen kenna vui vo de modeana Punks goar ned de richtige Bedeitung. Desweng is agrad komisch zum oschaung, wenn a baar vo dene moana, dass se geng a G'söischaft kempfa, wobei se se mit am Begriff legitimian woin, den's goar ned richtig vastehn.

Aa in den Medien ko ma des Fänomen oft seng, wia zum Beischbui in vaschiedanen Hollywood-Fuimen. A kritischare Ausanandasetzung mit dem Thema findt ma alladings im Comic V wia Vendetta. Dea Begriff wead zusätzle no ab und zua in da Politik g'nutzt, um sein Gegna bei de Leit unb'liabt z'macha.

Zitate

  • „Was Gut und Böse anbelangt, sind alle Regierungen gleich. Das beste Ideal ist die Anarchie.“ – Leo Tolstoi
  • „Niemand kann frei sein, solange es nicht alle sind.“ – Befreiung der Gesellschaft vom Staat. Was ist kommunistischer Anarchismus? 1932, Erich Mühsam
  • Freiheit ist das Recht, alles zu tun, was anderen nicht schadet. Pierre Joseph Proudhon

Litaratur

Weblinks

Wikiquote: Anarchie – Zitate
Wiktionary: Anarchie – Bedaitungsaklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Ibasetzunga
Commons: Anarchismus – Buidl, Videos und/oda Audiodatein
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